Verborgen im Museum

Das Konzept der Ausstellung „Vom Verbergen“ im MAK FFM hatte mich neugierig gemacht: 30 Kuratorinnen und Kuratoren bekamen die Gelegenheit, unter diesem Motto einen Gegenstand aus der Sammlung des MAK zu inszenieren. 30 Objekte, 30 Blickwinkel, das ist fast wie 30 Ausstellungen. Mehr als genug für einen verregneten Nachmittag, und von mir aus kann es jetzt täglich bis 06.03. regnen, ich würde wahrscheinlich nicht fertig. Weiterlesen

Materialisierte Gedanken

Gedanken kann ich durch Schrift und Bild beschreiben und darstellen. Sie direkt in Material zu überführen, sozusagen in ein anderes Sein, ist das Wesen der Installation. Ai WeiWei ist einer der Meister dieser Kunst, und ich liege ihm zu Füßen, seit ich in der Royal Academy war. Doch hier geht es jetzt erstmal um etwas, das man sich ganz unkompliziert ansehen kann, ohne eine Sicherheitsschleuse zu durchqueren, sein Geld umzutauschen und immer nach rechts sehen zu müssen, um den Straßenverkehr zu überleben. Es geht um Lichtkunst am Hellweg, genau gesagt: in Lippstadt. Lippstadt in einem Atemzug mit London? Weiterlesen

Erkundungsverhalten

Eigentlich wollte ich hier über Neugier schreiben. Was meine ich eigentlich genau, wenn ich sage, dass ich neugierig bin? Schnell landete ich bei “Erkundungsverhalten” als Antagonist zum “Bindungsverhalten”. Wenn Kunst eine Form ist, die Welt zu erkunden, wie ich es behaupte, dann bin ich ständig auf der Suche nach neuen Wegen für mich, diese Erkundung vorzunehmen und interessiere mich für die Wege der anderen. Damit wird Kunst dann so wichtig, aber auch so selbstverständlich wie die Luft zum Atmen. Aktuelle Luftkurorte: Frankfurt, Schirn und Bad Homburg, Sinclair-Haus. Es geht unter Anderem um den Raum. Die Erkundungstour startet hier. Weiterlesen

Hol alles raus!

Keine Sorge, ich schreibe keine Werbetexte für Unterhaltungs-Elektronik-Märkte. Ich bin noch bei meinem letzten Thema, der Vermittlung von Kunst. Es ist lange her, dass ich hier darüber schrieb, was Vermittlung in meinen Augen leisten kann und soll. Mittlerweile habe ich die Seite gewechselt und selbst geführt (als ein Ausschnitt der Kunstvermittlung). Mein neues Betätigungsfeld als Museumspädagogin am Landesmuseum Mainz brachte das so mit sich, zwischen Vorfreude und dem Gefühl der Überrumpelung (Halt! Die Ausstellung steht doch erst ein paar Tage!) ergaben sich viele kleine Hochs und Tiefs sowie als anhaltendes Gefühl: Neugier! Weiterlesen

Für mehr Vermittlung – für weniger Vermittlung

Nachdem ich im Oktober 2013 über “Kunst hassen” bloggte, ist mir das Thema “Vermittlung” immer wieder begegnet. Nicole Zepter verfasste ihr Resümee einer “enttäuschten Liebe” aus dem Verlust der Faszination heraus. Ich kann nur für mich sprechen, wenn ich mich frage: Was suche ich in und erwarte ich von Ausstellungen? Was finde ich? Welche Rolle spielt dabei die Vermittlung? Ein bisschen kann ich auch für einige Besucher sprechen, die ich beobachtet und mit denen ich gesprochen habe. Zuletzt konnte ich gestern in Frederick Wisemans Film über die “National Gallery” Besucher beobachten – und auch Vermittler. Und, brauchen wir nun mehr oder weniger davon? Weiterlesen

Alles liegt in dir

Endlich mal wieder Frankfurt! Wo gehen wir denn hin? MMK, das sieht gut aus: “Subodh Gupta: Everything is Inside”. Schöne Bilder im Netz, interessante Beschreibung. Also, 12 (!!) Euro investiert und hinein. Sie ahnen es: ich war beeindruckt, sonst würde ich nicht am gleichen Tag einen Post schreiben. Mehr noch, ich war gerührt. Wieso? Weiterlesen

Netzwerke

Womit habe ich denn um Himmels Willen die letzten Wochen verbracht? Mit Netzwerken natürlich. In den Netzwerken, die ich nutze, und mit dem Netzwerken, das, wie immer wieder festgestellt wird, Zeit kostet. Zeit, die sich lohnt, finde ich.

Ist ohne Netzwerk aufgeschmissen: die Ameise. Diese ist übrigens aus Glas, hergestellt von Katinka Dietz und hängt jetzt an meinem Nussbaum.

Ist ohne Netzwerk aufgeschmissen: die Ameise. Diese heißt übrigens “Pionier”, ist aus Glas, hergestellt von Katinka Dietz und hängt jetzt an meinem Nussbaum.

Das Netzwerken an sich ist nicht Neues, nur die sozialen Medien, die es uns erlauben, schneller miteinander Verbindung aufzunehmen als es auf dem Postweg oder durch persönliche Treffen möglich wäre. Für Künstler ist das Netzwerken besonders wichtig und besonders schwierig. Warum eigentlich? Weiterlesen

La Bohème

Bis heute ist der Beruf des Künstlers romantisch verklärt und gleichzeitig mit einem gewissen Misstrauen belegt. Dass die Kunst vom Können komme, soll immer zu belegen sein – es sei denn, man ist so weit oben auf der Welle, dass diese Forderung unanständig erscheint. Das gesellschaftlich internalisierte Künstlerideal wird konstruiert entlang von Personen wie Vincent van Gogh oder Henri de Toulouse Lautrec, vom Paris des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts. “L’esprit de Montmartre” durchweht derzeit die Schirn. Naja, dachte ich wieder mal … und war auf’s Angenehmste überrascht. Merkwürdig, sollte ich Vorurteile haben? Weiterlesen